Schneewittchen

Deutsch’s Docs Intermediate Schneewittchen

Schneewittchen (nach den Brüdern Grimm)

 

Es war einmal eine Prinzessin. Die Prinzessin hieß Schneewittchen, denn ihre Haut war so weiß wie Schnee. Sie hatte rote Wangen und schwarze Haare.

Die Prinzessin wohnte im Schloss mit ihrem Vater, dem König. Eines Tages heiratete der König wieder. Schneewittchen hatte eine neue Mutter – eine Stiefmutter. Die neue Mutter war auch Königin.

Die neue Königin war wunderschön. Und sie war sehr, sehr stolz auf ihre Schönheit. Ja, sie war sehr eitel. Die Königin hatte einen Spiegel. Der Spiegel war verzaubert. Jeden Tag trat sie vor den Spiegel und sagte:

„Spiegelein, Spiegelein an der Wand,

Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Und der Spiegel antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im ganzen Land!“

Aber Schneewittchen wuchs heran. Sie wurde immer größer. Und sie wurde immer schöner. Eines Tages fragte die Königin:

„Spiegelein, Spiegelein an der Wand,

Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Der Spiegel antwortete:

„Frau Königin, ihr seid die Schönste hier,

aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr“

Da erschrak die Königin! Sie wurde wütend. Sie hasste Schneewittchen!

Die Königin rief einen Jäger und sagte ihm: „Bring Schneewittchen hinaus in den Wald. Töte sie. Und bring mir ihr Herz.“*

Der Jäger brachte Schneewittchen in den Wald. Er nahm sein Messer und hob es hoch. Aber Schneewittchen fing an zu weinen. Sie sagte: „Bitte, lieber Jäger! Lass mir mein Leben! Ich gehe tief in den Wald und komme nie mehr nach Hause!“

Der Jäger tötete ein Wildschwein. Er brachte das Herz vom Wildschwein zur Königin. Die Königin glaubte, dass Schneewittchen tot war.

Aber Schneewittchen war nicht tot. Sie lief tief in den Wald. Sie lief und lief und lief. Endlich sah sie ein kleines Haus. Schneewittchen ging in das kleine Haus. Sie sah einen kleinen Tisch mit sieben kleinen Stühlen. Auf dem Tisch lagen sieben kleine Teller, sieben kleine Löffel, sieben kleine Gabeln, sieben kleine Messer, und sieben kleine Becher.

Schneewittchen hatte großen Hunger. Sie nahm ein bisschen Essen von jedem Teller und trank ein bisschen von jedem Becher. Dann wurde sie müde. Sie legte sich ins Bett und schlief ein.

Am Abend kamen sieben Zwerge zurück nach Hause. Sie sahen Schneewittchen im Bett. Sie war so schön und schlief so tief, die Zwerge wollten sie nicht wecken. Am nächsten Morgen wachte Schneewittchen auf. Sie erzählte den Zwergen von der Königin und dem Jäger. Die Zwerge luden Schneewittchen ein, bei ihnen zu wohnen. Da sollte sie das Haus putzen und in Ordnung bringen.

Im Schloss fragte die böse Königin ihren Spiegel wieder:

„Spiegelein, Spiegelein an der Wand,

Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, ihr seid die Schönste hier,

aber Schneewittchen über den Bergen

bei den sieben Zwergen

ist tausendmal schöner als Ihr“

Die Königin erschrak! Sie wusste, dass Schneewittchen nicht tot war. Und sie machte einen neuen Plan. Sie verkleidete sich als Händlerin und ging zum Haus im Wald, wo Schneewittchen mit den sieben Zwergen wohnte. Schneewittchen erkannte die böse Königin nicht. Sie sah keine Königin, sondern nur eine Händlerin. Sie aß den Apfel, den die Händlerin anbot. Aber der Apfel war vergiftet!

Die sieben Zwerge kamen nach Hause und fanden Schneewittchen auf dem Erdboden. Sie war tot! Die sieben Zwerge legten sie in einen Sarg aus Glas.

Eines Tages kam ein Prinz vorbei. Er fand Schneewittchen so wunderschön. Er wollte sie zu seinem Schloss bringen. Seine Diener trugen den gläsernen Sarg. Aber ein Diener stolperte über eine Wurzel. Der Sarg wurde so geschüttelt, dass das giftige Apfelstück aus Schneewittchens Mund fiel. Und Schneewittchen wachte lebendig auf! Sie war nicht tot!

Der Prinz brachte Schneewittchen zu seinem Schloss. Er heiratete sie, und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

*Im Originell: Lung und Leber, nicht Herz